- Wissen
- Quelle: Campus Sanofi
- 16.12.2025
Warum der Impfschutz gegen COVID-19 wichtig bleibt
Nach über drei Jahren Pandemie hat sich COVID-19 seit Mai 2023 zu einer endemischen Erkrankung entwickelt.1,2 Die COVID-19-Impfung leistet dazu einen entscheidenden Beitrag.2 Auch nach der Pandemie empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) bestimmten Risikogruppen eine jährliche COVID-19-Auffrischimpfung ergänzend zur Basisimmunität.3 Dafür sprechen gute Gründe – gerade mit Blick auf Menschen ab 60 Jahren.1,4
Das Ende 2019 in China entdeckte Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus Type 2 (SARS-CoV-2) löste von März 2020 bis Mai 2023 eine folgenschwere Pandemie aus.2 SARS-CoV-2 verursacht die Atemwegserkrankung Coronavirus Disease 2019 (COVID-19), der während der Pandemie über zwei Millionen Menschen in Europa zum Opfer fielen.5 In Deutschland sind in den Pandemiejahren 2020 bis 2022 nach Daten des Robert-Koch-Instituts 161.500 Menschen mit laborbestätigter SARS-CoV-2-Infektion in Verbindung mit COVID-19 verstorben.6
Dank der COVID-19-Impfung und verschiedener Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit (Public Health) ist die COVID-19-assoziierte Mortalität und Morbidität inzwischen deutlich gesunken.2
Der Wildtyp des SARS-CoV-2 aus dem Jahr 2019 mutiert laufend. So haben sich seit seiner Entdeckung verschiedene Virusvarianten entwickelt, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach ihrer epidemiologischen Bedeutung klassifiziert – zum Beispiel als „besorgniserregende Variante“ (variant of concern, VOC). Diese Mutationen betreffen vor allem das sogenannte Spike-Protein (S-Protein), mit dem SARS-CoV-2 in die Wirtszelle gelangt. Epidemiologisch relevante SARS-CoV-2-Varianten waren und sind:

Alpha (B.1.1.7; Alpha, 501Y.V1) wurde im Dezember 2020 erstmals in Großbritannien entdeckt. Die Alpha-Variante unterscheidet sich vom Wildtyp durch ihre 1,5-fach höhere Reproduktionszahl und war mit einer erhöhten Fallsterblichkeit assoziiert.7

Delta (B.1.617.2) galt ab Mai 2021 als besorgniserregende Variante mit hoher Virulenz. Ihre Übertragbarkeit nahm im Vergleich zur Alpha-Variante deutlich zu (geschätzte Basisreproduktionszahl (R0) 6 bis 7). Außerdem führten Delta-Infektionen zu einer höheren Rate schwerer COVID-19-Verläufe (Hospitalisierungen, Intensivpflichtigkeit, Tod).7

Omikron mit ihren zahlreichen Sublinien verbreitet sich seit 2022 in Deutschland und ist der Ursprung der heute dominierenden SARS-CoV-2-Variante.2,7 Sie weist einen epidemiologischen Übertragungsvorteil gegenüber ihren Vorgängervarianten auf. Denn ihre effektive Reproduktionszahl RE beträgt das 3,2-Fache der RE der Delta-Variante, wobei sie allerdings deutlich weniger virulent ist.7
| Wichtig zu wissen: Man vermutet, dass SARS-CoV-2 über einen Antigendrift weiterhin dem menschlichen Immunsystem entkommen kann (Immunevasion). Daher ist es wahrscheinlich nicht möglich, SARS-CoV-2 zu eradizieren. Aufgrund möglicher Antigensprünge, kann es überdies wieder zu einer zeitweise verstärkten Viruszirkulation und erhöhten Krankheitslast kommen.2 |
Das weltweit verbreitete Betacoronavirus SARS-CoV-2 wird vor allem über das Einatmen virushaltiger Partikel (Tröpfchen, Aerosole) übertragen. Als Rezeptor nutzt das Virus das Angiotensin Converting Enzyme 2 (ACE-2), das sich hauptsächlich im Respirationstrakt findet.2 Daher manifestiert sich COVID-19 typischerweise mit den Symptomen einer Atemwegserkrankung – darunter Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber und Dyspnoe. Es können aber auch Symptome in anderen Organen auftreten. Dazu gehören zum Beispiel:2

gastrointestinale Beschwerden

neurologische Symptome wie Kopfschmerzen oder Riech-/Geschmacksstörungen

kardiovaskuläre Symptome wie Herzrhythmusstörungen
COVID-19 kann, zum Beispiel aufgrund einer Pneumonie, nach wie vor schwerwiegend verlaufen – einschließlich Hospitalisierung, intensivmedizinischer Behandlung bis hin zum Tod.2 So wurden in der ersten postpandemischen Saison 2023/2024 noch über 7.500 Todesfälle mit einer SARS-CoV-2-Infektion an das RKI gemeldet – in der Saison 2024/2025 waren es rund 2.840 Verstorbene.8,9

Komplikationen: „Long COVID“ und „Post-COVID-Syndrom”Manche Menschen, die an COVID-19 erkranken, können über einen längeren Zeitraum gesundheitlich beeinträchtigt sein. Dabei unterscheiden sich 2 Krankheitsbilder:2
In beiden Fällen können Symptome der SARS-CoV-2-Infektion über längere Zeit entweder persistieren oder neu auftreten.2 |
Gerade Menschen ab 60 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19, das mit dem Lebensalter zunimmt.2 Im Vergleich zur Altersgruppe 18 bis 29 Jahre steigt das Sterberisiko aufgrund von COVID-19 um das4

Weitere Risikogruppen für einen schweren COVID-19-Verlauf sind Menschen2...

... mit Immunsuppression

... mit bestimmten chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege oder der Nieren sowie Diabetes mellitus

... die in Pflegeeinrichtungen leben
Seit dem Ende der Pandemie ging die Anzahl schwerer COVID-19-Verläufe mit Hospitalisierungen und Todesfällen insgesamt zurück,8-10 jedoch bleibt COVID-19 weiterhin eine Herausforderung für das Gesundheitssystem. Die STIKO empfiehlt weiterhin die Impfung gegen COVID-19 und verfolgt damit drei Ziele:1

Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen mit Hospitalisierungen und Todesfällen

Reduktion möglicher Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion in der Gesamtbevölkerung

Schutz der Beschäftigten in der medizinischen und pflegerischen Versorgung vor SARS-CoV-2-Infektionen
Die STIKO empfiehlt einigen Personengruppen die COVID-19-Impfung, bis sie ihre Basisimmunität erreicht haben. Dazu sind mindestens drei SARS-CoV-2-Antigenkontakte (darunter mindestens eine Impfung) erforderlich. Ergänzend zur Basisimmunität sollten einige Gruppen ihren COVID-19-Impfschutz jährlich im Herbsta auffrischen (Tabelle 1). In allen Fällen soll ein zugelassener mRNA- oder proteinbasierter COVID-19- Impfstoff mit jeweils von der WHO empfohlener Variantenanpassung verwendet werden.3
Tabelle 1: Übersicht der COVID-19-Impfempfehlungen der STIKO3

Nach der STIKO-Empfehlung können zugelassene mRNA- oder proteinbasierte COVID-19- Impfstoffe verabreicht werden mit jeweils von der WHO empfohlener Variantenanpassung:3
- Bei mRNA-basierten COVID-19-Impfstoffen wird mit der mRNA geimpft, die für das Antigen (Spike-Protein) kodiert. Der Körper synthetisiert zunächst das Antigen als Grundlage für seine anschließende Antikörperproduktion.11
- Proteinbasierte COVID-19-Impfstoffe enthalten das Spike-Protein von SARS-CoV-2 als Antigen für die Antikörpersynthese des Körpers.11
Wie proteinbasierte Impfstoffe gegen COVID-19 wirken:12
- Sie stellen direkt das Antigen für die Antikörperproduktion zur Verfügung - ein Transkriptionsprozess ist obsolet.
- Die Herstellung basiert auf einer seit Jahrzehnten etablierten, gut erforschten und sicherheitserprobten Technologie.
- Die unkomplizierte Handhabung wird durch die Lagerung bei Standard-Kühlschranktemperatur (2-8°C) über mehrere Monate ermöglicht. Zudem sind sie häufig als gebrauchsfertige Fertigspritzen verfügbar, was die Anwendung zusätzlich vereinfacht.
mRNA: messenger Ribonukleinsäure
- Robert Koch-Institut (RKI). COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ). Stand: 12.12.2025, unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/COVID-19/gesamt.html#entry_16920236 (abgerufen: 03.02.2026)
- Robert Koch-Institut (RKI). COVID-19. RKI-Ratgeber. Stand: 22.05.2025, unter: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_COVID-19.html (abgerufen: 27.10.2025)
- Robert Koch-Institut (RKI). Epid Bull 2025;4:1-75.
- U.S. Centers for Disease Control and Prevention. Underlying medical conditions associated with higher risk for severe COVID-19, unter: https://www.cdc.gov/covid/hcp/clinical-care/underlying-conditions.html. (abgerufen: 27.10.2025)
- WHO. Coronavirus disease (COVID-19) pandemic, unter: https://www.who.int/europe/emergencies/situations/covid-19 (abgerufen: 27.10.2025)
- Robert Koch-Institut (RKI). Antworten auf häufig gestellte Fragen zur COVID-19-Pandemie. Stand: 05.03.2025, unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/COVID-19-Pandemie/FAQ-Liste-COVID-19-Pandemie.html#entry_16871532 (abgerufen: 27.10.2025)
- Robert Koch-Institut (RKI). SARS-CoV-2: Virologische Basisdaten sowie Virusvarianten im Zeitraum von 2020 – 2022. Stand: 21.09.2023, unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/C/COVID-19-Pandemie/Virologische_Basisdaten.html?nn=16911042#doc16793380bodyText9 (abgerufen: 27.10.2025)
- Robert Koch-Institut (RKI). ARE-Wochenbericht KW 39/2024.
- Robert Koch-Institut (RKI). ARE-Wochenbericht KW 36-39/2025
- Robert Koch-Institut (RKI). ARE-Wochenbericht KW 39/2023.
- Mayo Clinic. Different types of COVID-19 vaccines: How they work. Stand: 01.10.2025, unter: https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/coronavirus/in-depth/different-types-of-covid-19-vaccines/art-20506465 (abgerufen: 27.10.2025)
- European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Wie proteinbasierte Impfstoffe gegen COVID-19 wirken. 04.01.2022, unter: https://vaccination-info.europa.eu/de/publications-data/infografik-wie-proteinbasierte-impfstoffe-gegen-covid-19-wirken (abgerufen: 27.10.2025)
MAT-DE-2505543-1.0-02/26