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Die Behandlung des Typ-2-Diabetes wird zunehmend komplexer. Während Tirzepatid als dualer GIP/GLP-1-Rezeptoragonist bei der Intensivierung auf injizierbare Therapien als bevorzugte Option empfohlen wird,1 fehlten bislang aussagekräftige Daten zur nachfolgenden Intensivierung mit Basalinsulin.2,3 Die DELIVER-T-Studie schließt diese Wissenslücke und liefert erstmals Real-World-Daten für einen Zusammenhang mit verbesserten Ergebnissen von Insulin Glargin 300 E/mL (Gla-300) nach vorheriger Tirzepatid-Behandlung.2 

Retrospektive Analyse mit klarem Design

Die Forscher um Robert Ritzel vom Klinikum Schwabing analysierten Daten aus der Optum Clinformatics-Datenbank.2 Aus einer Gesamtkohorte von 111 Patient*innen wurden die Daten von 82 insulin-naiven Patient*innen mit Typ-2-Diabetes untersucht, die zuvor mit Tirzepatid behandelt worden waren und einen HbA1c-Wert über 7,0% aufwiesen.2 Das Durchschnittsalter lag zwischen 60 und 61 Jahren, und der Anteil der weiblichen Teilnehmer betrug zwischen 57,6 und 58,5%.2  

Nach einer sechsmonatigen Baseline-Periode wurde der Behandlungserfolg über sechs Monate nachverfolgt.2 Als primärer Endpunkt diente die Veränderung des HbA1c-Wertes, sekundäre Endpunkte umfassten die HbA1c-Zielwerterreichung und Hypoglykämie-Ereignisse.2

Deutliche HbA1c-Reduktion ohne dokumentierte

Der mittlere HbA1c-Wert in der primären Analyse statistisch signifikant um 1,3% von 9,4% zu Studienbeginn auf 8,1% nach sechs Monaten (p = 0,0027).2 In der Subanalyse der reinen Gla-300 Add-on-Gruppe fiel die Verbesserung mit minus 1,5% (p<0,0001) sogar noch deutlicher aus.2 

Besonders bemerkenswert: 26,8% der Patient*innen erreichten den Zielwert von unter 7,0% HbA1c in der primären Analyse.2 Dies ist umso bedeutsamer, als alle Teilnehmer zu Studienbeginn deutlich erhöhte Werte aufwiesen. Gleichzeitig wurden während der gesamten Nachbeobachtungszeit keine hypoglykämischen Ereignisse dokumentiert.2 

Klinische Relevanz für die Praxis

Die DELIVER-T-Studie unterstützt die aktuellen ADA-Empfehlungen, die bei unzureichender Blutzuckerkontrolle unter Tirzepatid die Ergänzung um Basalinsulin vorsehen.1,2 Die Daten zeigen, dass Gla-300 eine gut verträgliche und effektive Option für diese Therapieintensivierung darstellt.2

Für die klinische Praxis bedeuten diese Ergebnisse eine wichtige Orientierungshilfe: Patient*innen, die unter Tirzepatid plus oralen Antidiabetika keine ausreichende Stoffwechselkontrolle erreichen, können von der Ergänzung durch Insulin Glargin 300 E/mL profitieren.2,4,5 Die Kombination kann eine signifikante HbA1c-Verbesserung bei gleichzeitig niedrigem Hypoglykämie-Risiko ermöglichen.2,5

Die Real-World-Daten der DELIVER-T-Studie schließt eine wichtige Lücke in der Diabetestherapie und unterstützt die Rolle von Gla-300 als Ergänzung zur modernen Kombinationsbehandlung des Typ-2-Diabetes.2

Retrospektive Real-World-Evidenz-Studien, die Verschreibungsdatenbanken verwenden, weisen inhärente Einschränkungen auf, darunter unvollständige oder fehlende Daten, mögliche Selektionsverzerrungen und das Fehlen von Randomisierung, da diese Datenbanken ursprünglich nicht für Forschungszwecke konzipiert wurden. 

MAT-DE-2600360-1.0-04/2026