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- Quelle: Campus Sanofi
- 01.07.2026
Krankheitslast bei mittelschwerer bis schwerer Atopischer Dermatitis

Die Auswirkungen der AD gehen über die sichtbaren Hautsymptome hinaus. Aufgrund ihres chronischen Verlaufs mit wiederkehrenden Entzündungsphasen ist die Erkrankung mit einer erheblichen „versteckten Belastung“ für die Patienten verbunden.2,3,15
Mehr als 50 % der Patient*innen geben an, dass die AD ihren Lebensstil einschränkt.4,7 Darüber hinaus werden weitere Lebensbereiche negativ beeinflusst, darunter Finanzen, Beziehungen und die psychische Gesundheit. In einer Studie mit US‑Patient*innen war das Risiko für Depressionen bei Erwachsenen mit AD im Vergleich zu nicht betroffenen Erwachsenen etwa doppelt so hoch.4,9
Aufgrund der bei AD beobachteten starken Heterogenität sowie der breiten Vielfalt an Phänotypen über unterschiedliche Patient*innengruppen hinweg ist eine umfassende, individuelle Beurteilung der Symptome zur Bestimmung des Schweregrads erforderlich. Hierzu werden Messinstrumente wie der EASI (Eczema Area and Severity Index) und der IGA (Investigator's Global Assessment) sowie patient*innenberichtete Endpunkte wie POEM (Patient-Oriented Eczema Measure) und DLQI (Dermatology Life Quality Index) eingesetzt.11,16,17
Verfügbare Therapieoptionen zielen primär auf kurzfristige Symptomkontrolle ab.18 Diese Krankheitsbelastung verdeutlicht einen weiterhin bestehenden ungedeckten Bedarf, da 75 % der Patient*innen angeben, dass ihre Behandlung ihre Erwartungen nicht erfüllt hat.13
Die große Variabilität in der Krankheitsausprägung sowie in den individuellen Bedürfnissen der Patient*innen erfordert eine detaillierte Erfassung der Symptome und der Auswirkungen der AD auf die Lebensqualität. Zur Bestimmung des Schweregrads und zur Berücksichtigung individueller Lebensumstände stehen Ärzt*innen verschiedene Messinstrumente zur Verfügung, mit deren Hilfe sie die jeweils am besten geeignete Behandlungsstrategie auswählen können.17
Krankheitslast der Atopischen Dermatitis: Weitreichende Beeinträchtigungen und Anforderungen im Leben der Patient*innen
AD ist weltweit eine der führenden Ursachen für krankheitsbedingte Belastung durch eine Hauterkrankung.19 Die anhaltende Entzündung bei AD führt zu wiederkehrenden Schüben, die den Alltag beeinträchtigen – sowohl durch typische Symptome wie intensiven Juckreiz als auch durch vielfältige Auswirkungen auf die Lebensqualität.2,3,15 Auch bei scheinbar guter Kontrolle der AD bleiben Patient*innen häufig auf regelmäßige und unbefristete sowie zeitintensive Behandlungen angewiesen, die die Patient*innenzufriedenheit beeinträchtigen und zu einer erhöhten Frustration führen können.13,14,20 Darüber hinaus erreichen die meisten Patient*innen (75 %) selbst unter Therapie ihre Behandlungserwartungen nicht.13 Trotz der erzielten Fortschritte zielen aktuelle Therapien primär auf kurzfristige Symptomkontrolle ab, anstatt eine langfristige immunologische Normalisierung zu ermöglichen.18
Die kontinuierlichen Anforderungen und die Pflege, die bei AD erforderlich ist, gehen zudem weit über die Haut hinaus. Sie beeinflussen die Routinen und das Wohlbefinden der Patient*innen in zahlreichen Lebensbereichen.1–10 Darüber hinaus beeinträchtigen die mit AD einhergehenden Einschränkungen im Alltag, in der psychischen Gesundheit und in der finanziellen Stabilität neben den Patient*innen auch ihre Familien.4
- Einschränkungen im Lebensstil: Über 50 % der Erwachsenen mit AD berichten von Einschränkungen ihres Lebensstils. Teilweise werden soziale Kontakte vollständig gemieden, und selbst grundlegende Alltagsaktivitäten wie Körperpflege sind negativ beeinflusst.4,7
- Psychische Gesundheit: Unkontrollierte Symptome, Schlafstörungen, die therapiebedingte Versorgungsbelastung sowie fehlende langfristige Optionen für eine Krankheitskontrolle tragen zu einer erhöhten Depressionsrate bei AD-Patient*innen im Vergleich zu gesunden Erwachsenen bei.9,21 So tragen Erwachsene mit AD ein etwa doppelt so hohes Depressionsrisiko wie nicht betroffene Erwachsene (Odds Ratio 1,89), mit besonders ausgeprägtem Risiko bei mittelschwerer (2,24) und schwerer AD (5,64), wobei Letztere nahezu eine Versechsfachung des Risikos im Vergleich zu Gesunden zeigt.9
- Beziehungen: In einer Studie berichteten 36,5 % der Partner*innen erwachsener AD-Patient*innen, dass das Erscheinungsbild der Erkrankung Auswirkungen auf ihr Sexualleben hatte.6
- Finanzielle Belastung: AD verursacht erhebliche finanzielle Belastungen für Patient*innen und ihre Familien, sowohl durch hohe Eigenkosten für frei verkäufliche Produkte wie Feuchtigkeits- und Hygieneartikel als auch durch Produktivitätsausfälle.22
Schweregrad der Atopischen Dermatitis und Auswirkungen auf die Krankheitslast
Bei der Beurteilung der Krankheitslast der AD ist deren ausgeprägte Heterogenität zu berücksichtigen, da der Phänotyp und die klinische Ausprägung zwischen den Patient*innen erheblich variieren. AD kann sich zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen unterschiedlich manifestieren; Unterschiede in klinischen Merkmalen, genetischen Faktoren und immunologischer Aktivität spiegeln die Heterogenität der Erkrankung zwischen Populationen wider.11
Auch wenn Patient*innen mit schwerer AD im Vergleich zu Patient*innen mit milder Ausprägung stärkere Beeinträchtigungen des Gesundheitszustands, der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Produktivität berichten, ist zu beachten, dass auch Patient*innen mit milder Erkrankung erhebliche Auswirkungen im Alltag durch die Symptome erfahren. Somit kann die AD die Lebensqualität und die Therapieerwartungen unabhängig vom klinischen Schweregrad negativ beeinflussen.7
Studien zeigen allerdings signifikant stärkere Auswirkungen bei schwerer gegenüber milder AD über verschiedene Parameter hinweg, einschließlich des mittleren, selbstberichteten globalen Schweregrads der AD, der bei schwerer AD etwa sechsmal höher ist als bei milder Ausprägung.7 Dieses Muster bestätigt sich auch bei patient*innenberichteten Ekzem- und Juckreizwerten (gemessen mittels POEM bzw. PO‑SCORAD), wobei insbesondere die selbstberichtete Ekzemschwere bei schwerer gegenüber milder AD nahezu um das Achtfache ansteigt:7
| Ekzem | Juckreiz | |
| Milde AD (POEM;PO-SCORAD) | 2,2 | 2,2 |
| Mittelschwere AD | 7,3 | 4,1 |
| Schwere AD | 17,0 | 9,5 |
Instrumente zur Erfassung der Lebensqualität bei Atopischer Dermatitis
Zur effektiven Bewältigung der vielschichtigen Herausforderungen der AD stehen verschiedene Bewertungsinstrumente zur Verfügung, darunter klinische Scores (EASI, IGA) sowie patient*innenberichtete Messinstrumente (POEM, DLQI), um den Schweregrad der Erkrankung sowohl aus klinischer als auch aus Patient*innensicht zu erfassen.16,17
Klinische Instrumente:
- IGA (Investigator's Global Assessment): ein Instrument zur Bewertung des Gesamtschweregrads von AD-Läsionen mit einer Skala von 0 (keine) bis 4 (schwere). Dabei werden Erythem, Induration/Papulation, Lichenifikation sowie Nässen/Krustenbildung berücksichtigt.16
- EASI (Eczema Area and Severity Index): Dieses Instrument kombiniert die betroffene Körperoberfläche und die Läsionsintensität zu einem Gesamtscore und gilt als zentrales Messinstrument für klinische Anzeichen in AD-Studien.23
Patient-Reported Outcomes (PROs):
- Patient-Oriented Eczema Measure (POEM): ein einfaches, valides, leicht interpretierbares und reproduzierbares Instrument zur Erfassung der AD, das eine umfassendere Bewertung der Patient*innensymptome ermöglicht, als dies durch die Messung einzelner Symptome allein der Fall wäre.24
- Dermatology Life Quality Index (DLQI): ein aus 10 Fragen bestehendes Selbsteinschätzungsinstrument zur Erfassung der Auswirkungen von Hauterkrankungen auf das Leben der Patient*innen, einschließlich psychischer Gesundheit, Alltagsaktivitäten, Freizeit, Beruf, zwischenmenschlicher Beziehungen und therapiebedingter Belastungen.25
Mithilfe dieser Instrumente können künftig stärker personalisierte „Treat-to-Target“-Strategien bei AD umgesetzt werden. Darüber hinaus unterstützen sie die Festlegung weiterer Behandlungsschritte bei unzureichendem Therapieerfolg sowie die entsprechende Anpassung der Therapiestrategie.17
AD: Atopische Dermatitis; DLQI: Dermatology Life Quality Index; EASI: Eczema Area and Severity Index; IGA: Investigator’s Global Assessment; POEM: Patient-Oriented Eczema Measure; PO-SCORAD: Patient-Oriented SCORing Atopic Dermatitis; PROs: Patient-Reported Outcomes.
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MAT-DE-2602174-v1.0-06/2026