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Zwei Männer mit Multiplem Myelom mit unterschiedlichen Therapiebedürfnissen

Prognosefaktoren und klinische Einordnung

Die Risikostratifizierung beim Multiplen Myelom beschreibt die Einteilung von Patient*innen in verschiedene Risikogruppen basierend auf prognostisch relevanten Faktoren, wie zytogenetischen sowie laborchemischen und klinischen Parametern. Dadurch wird eine Einschätzung der biologischen Aggressivität der Erkrankung und eine Unterstützung der individuellen Therapieplanung ermöglicht.1, 2

Zentrale Faktoren der Risikostratifizierung beim Multiplen Myelom

Die Risikoeinschätzung basiert auf einer Kombination mehrerer Parameter:1,2

Zytogenetische Aberrationen (mittels FISH)1,3,4Laborchemische Parameter1,3,4Klinische Faktoren1,5
  • del(17p)
  • t(4;14)
  • t(4;16)
  • 1q+
  • β2-Mikroglobulin
  • Serumalbumin
  • LDH
  • Alter
  • Allgemeinzustand
  • Komorbiditäten
  • Funktioneller Status
  • Therapieansprechen

Dynamische Risikobewertung im Myelom-Krankheitsverlauf

Die Risikostratifizierung ist ein dynamischer Prozess, der im Krankheitsverlauf regelmäßig überprüft und angepasst werden sollte, um so die Behandlungsstrategie optimal zu unterstützen. Bei Verdacht auf Rezidiv der Erkrankung empfiehlt es sich, die initialen durchgeführten Untersuchungen zu wiederholen, um die aktuelle Krankheitscharakteristik zu erfassen und eine passende Therapieentscheidung treffen zu können.5

Bei der Diagnostik des Multiplen Myeloms gibt es einiges zu beachten

Mehr über die Diagnostik beim Multiplen Myelom erfahren!

Integration in klinische Praxis und Studien

Die Risikostratifizierung ist integraler Bestandteil moderner Therapieentscheidungen und wird sowohl im klinischen Alltag als auch in Studien eingesetzt. Sie ermöglicht eine differenzierte Bewertung der Prognose, erhöht die Vergleichbarkeit zwischen Studien und trägt dazu bei, Patient*innen individueller zu behandeln.1–5

Das Multiple Myelom ist eine seltene Krebserkrankung, die vor allem ältere Männer betrifft

Eine Übersicht über weitere Aspekte zum Multiplen Myelom liefert der Artikel „Multiples Myelom – 
Grundlagen, Definition und Überblick“.

Abkürzungen:
FISH = Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung; LDH = Laktatdehydrogenase.

Referenzen
  1. Rajkumar SV. Am J Hematol. 2022; 97(8): 1086-1107.
  2. https://www.myeloma.org/imwg/imwg-consensus-risk-stratification-multiple-myeloma. Zugriff am 27.04.2026.
  3. Palumbo A, et al. J Clin Oncol. 2015; 33: 2863-69.
  4. D’Agostino M, et al. J Clin Oncol 2022; 40: 3406-3418.
  5. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Multiples_Myelom/LL_Multiples_Myelom_Langversion_1.0.pdf. Zugriff am 23.04.2026.

MAT-DE-2601986 – V1.0 – 05/2026