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Bei der Diagnostik des Multiplen Myeloms gibt es einiges zu beachten

Untersuchungen und Kriterien

Die Diagnostik des Multiplen Myeloms (MM) basiert auf einer Kombination aus klinischen Befunden, Laboruntersuchungen, Knochenmarkanalysen und bildgebenden Verfahren. Ziel ist neben der Diagnose auch die Abgrenzung von Vorstufen (MGUS, SMM) sowie die Bestimmung möglicher organschädigender Manifestationen im Sinne der IMWG-Kriterien.1,2

Zentrale Faktoren der Risikostratifizierung beim Multiplen Myelom

Bei klinischem Verdacht (z. B. Knochenschmerzen, erhöhte Infektanfälligkeit, Fatigue) sollte eine initiale Basisdiagnostik erfolgen.3 
Diese umfasst:1,2

  • Großes Blutbild inkl. Differentialblutbild
  • Serumanalyse (z. B. Calcium, Kreatinin, Albumin, LDH, ß2-Mikroglobulin)
  • Serumprotein-Elektrophorese und Immunfixation
  • Bestimmung freier Leichtketten im Serum
  • 24h-Sammelurin zur Quantifizierung der Proteinausscheidung (Albumin, Bence-Jones-Protein)

Bildgebung beim Multiplen Myelom

Die moderne Bildgebung dient dem Nachweis osteolytischer Läsionen und extramedullärer Manifestationen
Empfohlen werden:1,2,4

  • Low-Dose-Ganzkörper-CT (Standardverfahren)
  • MRT (ergänzend; bei Verdacht auf extramedulläre Manifestationen und Abgrenzung zu SMM)
  • PET-CT (ergänzend; bei Verdacht auf solitäres Plasmozytom oder extramedulläre Manifestationen, wenn MRT nicht durchgeführt werden kann)

Der Nachweis von > 1 fokalen Läsionen ≥ 5 mm im MRT erfüllt ein SLiM-Kriterium und kann eine Therapieindikation begründen.4

Ablaufschema und Diagnosekriterien nach IMWG

Die folgende Abbildung zeigt den schematischen Ablauf einer Diagnose mit Multiplem Myelom.4

Zur Diagnose des Multiplen Myeloms braucht es die entsprechende Anamnese

1. Anamnese/klinische Befunde

Zur Diagnose des Multiplen Myeloms braucht es entsprechende Laboruntersuchungen

2. Laboruntersuchung
(u.a. großes Blutbild, Biochemie (Calcium, Kreatinin), Urinuntersuchungen (Proteinurie, 
M-Komponentenspiegel usw.)

Zur Diagnose des Multiplen Myeloms braucht es entsprechende Knochenmarkuntersuchungen

3. Knochenmarkuntersuchungen
(Aspirat- und Stanzbiopsie für Zytogenetik, FISH und Immunphänotypisierung)

Zur Diagnose des Multiplen Myeloms braucht es entsprechende Bildgebungsverfahren

4. Bildgebung
(Röntgenskelettstatus, PET-CT, LDWB-CT oder MRT des gesamten Körpers oder der Wirbelsäule)

Die Diagnose eines behandlungsbedürftigen Multiplen Myeloms erfordert:4

  • ≥ 10 % klonale Plasmazellen im Knochenmark und mindestens eines der folgenden Kriterien:

CRAB-Kriterien

  • C > Calcium/Hyperkalzämie: > 110 mg/l oder > 10 mg/l über Normwert
  • R > Renal/Niereninsuffizienz: Kreatinin > 177 μmol/l oder GFR < 40 ml/min
  • A > Anemia/Anämie: Hämoglobin < 100 g/l oder ≥ 20 g/l unter Normwert
  • B > Bone lesions/Knochenläsionen: > 1 Osteolyse (Röntgen, CT, PET/CT)

SLiM-Kriterien

  • S > Sixty: ≥ 60 % Plasmazellen im Knochenmark
  • Li > Light chain: Freie Leichtketten (FLC)-Ratio ≥ 100
  • M > MRT : > 1 fokale Läsion ≥ 5 mm (MRT)
Das Multiple Myelom ist eine seltene Krebserkrankung, die vor allem ältere Männer betrifft

Eine Übersicht über weitere Aspekte zum Multiplen Myelom liefert der Artikel „Multiples Myelom – 
Grundlagen, Definition und Überblick“.

Abkürzungen:
CT = Computertomographie; FISH = Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung; GFR = glomeruläre Filtrationsrate; IMWG = International Myeloma Working Group; LDH = Laktatdehydrogenase; MGUS = Monoklonale Gammopathie Unklarer Signifikanz; MM = Multiples Myelom; MRT = Magnetresonanztomographie; 
SMM = schwelendes Multiples Myelom.

MAT-DE-2601856 – V1.0 – 05/2026