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Zwei abstrakte Linien als Sinnbild für die Zweitlinientherapie beim Multiplen Myelom

Eine individuelle Therapieentscheidung

Die Zweitlinientherapie des Multiplen Myeloms folgt heute keiner starren Linienlogik. Für die Therapieentscheidung sind vor allem Dauer und Qualität des Ansprechens, Vorbehandlung, Verträglichkeit und Refraktärität gegenüber einzelnen Substanzklassen relevant. Onkopedia betont ausdrücklich, dass im Rezidiv weniger die Zahl der Vortherapien als vielmehr die Art der bereits eingesetzten Wirkstoffe entscheidend ist.1,2

Sequenzierung nach Vorbehandlung

Bei einem frühen Rezidiv oder Progress unter laufender Therapie wird in der Regel ein Klassenwechsel empfohlen, zum Beispiel von einem IMiD-basierten zu einem PI-basierten Regime oder umgekehrt. Für die heutige Sequenzierung besonders wichtig sind Immunmodulatoren-Refraktärität sowie die Frage, ob eine Anti-CD38-Exposition oder bereits eine echte Anti-CD38-Refraktärität vorliegt. Diese Differenzierung ist klinisch relevant, weil sie hilft einzuschätzen, ob ein erneuter Einsatz eines Anti-CD38-Antikörpers im Rezidiv noch eine rationale Option darstellen kann. Exposition und Refraktärität sind dabei nicht identisch: Nach ausreichendem Abstand und abhängig vom vorherigen Ansprechen kann eine erneute Einbindung der Substanzklasse weiterhin sinnvoll sein.1,2

Therapieoptionen im Myelom-Rezidiv

Je nach Vorbehandlung stehen in der Zweitlinie unterschiedliche Konzepte zur Verfügung, darunter PI-, IMiD- und antikörperbasierte Kombinationen sowie in geeigneten Situationen auch T-Zell-basierte Verfahren wie CAR-T-Zelltherapien oder bispezifische Antikörper. In ausgewählten Fällen kann zudem eine autologe Transplantation beziehungsweise Re-Transplantation erwogen werden. Wenn immer möglich, sollten Patient*innen im Rezidiv in klinische Studien eingeschlossen werden.1,2

Weitere Informationen zu Therapien erhalten Sie hier.

Das Multiple Myelom ist eine seltene Krebserkrankung, die vor allem ältere Männer betrifft

Eine Übersicht über weitere Aspekte zum Multiplen Myelom liefert der Artikel „Multiples Myelom –
Grundlagen, Definition und Überblick“.

Abkürzungen:
BCMA = B-cell maturation antigen; CAR-T = Chimäre Antigenrezeptor-T-Zelltherapie; CD38 = Cluster of Differentiation 38; IMiD = immunmodulatorische Substanz; PI = Proteasom-Inhibitor

Referenzen
  1. Onkopedia-Leitlinie: Multiples Myelom. Stand 10/2024. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/multiples-myelom/@@guideline/html/index.html. Zugriff am 04.05.2026.
  2. Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patient*innen mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom, Version 1.01. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Multiples_Myelom/LL_Multiples_Myelom_Langversion_1.0.pdf. Zugriff am 04.05.2026.

MAT-DE-2602387 – V1.0 – 06/2026