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Arzt bespricht Therapieoptionen mit einem Myelom-Patienten

Der aktuelle Therapiealgorithmus

Die Therapie des Multiplen Myeloms richtet sich heute nicht nach einem starren Schema, sondern nach Therapieindikation, Transplantationseignung, Komorbidität, Zytogenetik und Vorbehandlung. Grundlage für die Therapieeinleitung sind die Kriterien der International Myeloma Working Group, insbesondere die SLiM-CRAB-Kriterien.1–3 Damit bildet die Diagnose Multiples Myelom die Basis für eine individuell angepasste Behandlungsstrategie.

Die Erkrankung zeigt eine klare Altersabhängigkeit und betrifft überwiegend ältere Patient*innen. Epidemiologische Daten weisen zudem auf einen Häufigkeitsgipfel jenseits des 70. Lebensjahres sowie auf eine etwas höhere Betroffenheit von Männern hin.5

Therapieentscheidung bei Erstdiagnose

Bei Erstdiagnose richtet sich die Therapieentscheidung zunächst danach, ob Patient*innen transplantationsgeeignet sind oder nicht transplantiert werden. Bei transplantationsgeeigneten Patient*innen gehören Induktion, Stammzellmobilisation und Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation weiterhin zu den zentralen Bausteinen der Erstlinientherapie. Patient*innen, die nicht transplantiert werden, erhalten ebenfalls wirksame Erstlinienkonzepte, die sich an klinischer Situation, Organfunktion, Belastbarkeit und Therapieziel orientieren.1,2

Welche Therapieoptionen stehen zur Verfügung?

Das heutige Behandlungsspektrum beim Multiplen Myelom umfasst Glukokortikoide, Alkylanzien, Proteasom-Inhibitoren, immunmodulatorische Substanzen, Anti-CD38-Antikörper und Anti-SLAMF7-Antikörper. Im Rezidiv haben zudem BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapien, bispezifische Antikörper sowie in ausgewählten Situationen Strahlentherapie, Re-Transplantation oder allogene Strategien das therapeutische Spektrum beim Multiplen Myelom erweitert.1,2

Erstlinie und Myelom-Rezidiv

In der Erstlinie des rezidivierten oder refraktären Multiplen Myeloms steht die Einordnung in transplantationsgeeignet oder nicht transplantationsgeeignet im Vordergrund. Im Rezidiv ist dagegen weniger die Zahl der Vortherapien entscheidend als vielmehr die Exposition oder Refraktärität gegenüber bestimmten Substanzklassen, insbesondere gegenüber Immunmodulatoren und Anti-CD38-Antikörpern.1

Supportive Myelom-Therapie mitdenken

Zur Behandlung des Multiplen Myeloms gehört immer auch die supportive Therapie. Dazu zählen insbesondere Osteoprotektion, die Berücksichtigung der Nierenfunktion sowie – je nach Regime – eine Prophylaxe venöser Thromboembolien. Bei Knochenbeteiligung sind osteoprotektive Strategien leitlinienbasiert fest verankert; das Multiple Myelom ist zudem strahlensensibel, sodass lokale Strahlentherapie in ausgewählten Situationen Teil des Gesamtkonzepts sein kann.1,2

Das Multiple Myelom ist eine seltene Krebserkrankung, die vor allem ältere Männer betrifft

Eine Übersicht über weitere Aspekte zum Multiplen Myelom liefert der Artikel „Multiples Myelom – 
Grundlagen, Definition und Überblick“.

Abkürzungen:
BCMA = B-cell Maturation Antigen; CAR-T = Chimäre Antigenrezeptor-T-Zelltherapie; CD38 = Cluster of Differentiation 38; CRAB = Hyperkalzämie, Niereninsuffizienz, Anämie, Knochenläsionen; SLAMF7 = Signaling Lymphocytic Activation Molecule Family Member 7; SLiM-CRAB = diagnostische Myelom-Kriterien.

Referenzen
  1. Onkopedia-Leitlinie: Multiples Myelom. Stand 10/2024. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/multiples-myelom/@@guideline/html/index.html. Zugriff am 04.05.2026.
  2. Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patient*innen mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom, Version 1.01. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Multiples_Myelom/LL_Multiples_Myelom_Langversion_1.0.pdf. Zugriff am 04.05.2026.
  3. Rajkumar SV, et al. Lancet Oncol. 2014; 15: e538–e548.

MAT-DE-2602326 – V1.0 – 06/2026