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Modell eines menschlichen Gehirns in verschiedenen Farben auf einem Ständer vor einer Person im weißen Kittel, die mit einem Zeigestab darauf zeigt

Neuropathische Schmerzen – eines der typischen neurologischen Symptome bei Morbus Fabry

Neurologische Symptome gehören zu den frühesten und häufigsten Symptomen des M. Fabry. Die Beschwerden sind vielfältig und reichen von Schmerzen über autonome Dysregulation bis zu Schlaganfällen und Depressionen.1

Brennende Schmerzen in Händen und Füßen

Die Mehrheit der Fabry-Patient*innen leidet unter Schmerzen. Charakteristisch sind sogenannte Brennschmerzen oder „Akroparästhesien“ in den distalen Gliedmaßen (Akren). Sie treten meist intermittierend und bereits im Kindes- oder Jugendalter auf.1, 2 Als neuropathische Schmerzen beruhen sie auf einer Dysfunktion der nicht-myelinisierten dünnen C-Fasern.1, 3 Ein wichtiger Trigger für Fabry-Schmerzen sind schnelle Temperaturwechsel. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie auf Fieber, erhöhter Umgebungstemperatur oder körperlicher Anstrengung basieren.4

Fabry-Krisen – schwere neurologische Symptome der Erkrankung

Als Fabry-Krisen bezeichnet man extreme Schmerzen über mehrere Tage, die kaum auf Analgetika ansprechen. Aufgrund dieser ist die Lebensqualität von Fabry-Patient*innen deutlich eingeschränkt.4

Cave: Für die Diagnostik von Fabry-Schmerzen ist eine konventionelle Neurografie nicht geeignet. Diese erfasst nur die für die Berührungssensitivität zuständigen dicken A-Fasern, die bei Fabry-Patient*innen aber meist nicht beeinträchtigt sind (Ausnahme: Dialyse-Patinet*innen).3, 5 Eine in der Praxis unkompliziert anwendbare Diagnosehilfe für Morbus Fabry bietet der digitale, aus einem Fragebogen und drei einfachen Bedside-Tests bestehende FabryScan®.

Mehr zur neurologischen Diagnostik bei Morbus Fabry

Hypohidrose/Anhidrose

Als Folge einer autonomen Dysregulation weisen viele Fabry-Patient*innen eine verminderte Fähigkeit zu schwitzen auf (Hypohidrose). Bei manchen ist die Schweißbildung vollständig gestört (Anhidrose). Die Betroffenen können körperliche Anstrengungen deshalb nur schlecht oder gar nicht tolerieren.1, 2 Besonders Hypohidrose zählt zu den Frühsymptomen. Bereits im Kindesalter sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen.6

Zerebrovaskuläre Symptome

Fabry-Patient*innen haben ein zwölffach erhöhtes Schlaganfallrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.7 Eine wichtige Ursache sind vermutlich Einlagerungen der Speichersubstanz in den vaskulären Endothelzellen. Diese können zu Mikroangiopathien und in der Folge zu Marklagerläsionen im Gehirn führen.8 Neben Schlaganfällen und TIA sind bei M. Fabry aber auch Fälle von intrazerebralen Blutungen, subarachnoidalen Blutungen, Mikroblutungen und Hirnvenenthrombosen beschrieben. Sowohl Schlaganfälle als auch TIA treten bei Fabry-Patient*innen früher auf als in der Allgemeinbevölkerung.1, 8

Depressionen

Laut einer britischen Untersuchung litt knapp die Hälfte aller Fabry-Patient*innen an einer Depression, mehr als ein Drittel an einer schweren Depression – allerdings werden Depressionen bei Fabry-Patient*innen im Praxisalltag selten diagnostiziert. Depressionen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen.1, 2

Hier kommen Sie zum Factsheet Morbus Fabry in der Neurologie

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Header-Foto: © iStock (Panuwat Dangsungnoen) MAT-DE-2304078 - v2.0 - 02/2026