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Wenn das Multiple Myelom progredient wird, spricht man von einem rezidivierten und refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Therapie im Rezidiv neu ausrichten

Das rezidivierte und refraktäre Multiple Myelom (RRMM) markiert eine Phase im Krankheitsverlauf, in der die Therapie neu bewertet und an die aktuelle Krankheits- und Behandlungssituation angepasst werden muss.1-3 Ein rezidiviertes Myelom liegt vor, wenn eine zuvor behandelte Erkrankung wieder progredient wird und eine erneute Therapie erfordert, ohne die Kriterien einer Refraktärität zu erfüllen.1 Ein refraktäres Myelom liegt vor, wenn die Erkrankung unter primärer oder Salvage-Therapie nicht anspricht oder innerhalb von 60 Tagen nach der letzten Therapie progredient ist.1

Patient*innencharakteristika und Therapieplanung beim RRMM

Die Therapieplanung beim RRMM richtet sich heute weniger nach einer starren Linienlogik als nach der Art der Vortherapie, der Dauer des bisherigen Ansprechens, der Krankheitsdynamik sowie patient*innenbezogenen Faktoren wie Komorbidität, Organfunktion und funktioneller Reserve.2–4 Onkopedia betont ausdrücklich, dass die Empfehlungen im Rezidiv beziehungsweise bei Refraktärität an der zuvor eingesetzten Substanzklasse und dem bisherigen Krankheitsverlauf ausgerichtet werden sollen.2 Besonders relevant sind dabei Refraktärität gegenüber Immunmodulatoren sowie die Frage, ob eine Anti-CD38-Exposition oder bereits eine Anti-CD38-Refraktärität vorliegt; beide Situationen sind nicht gleichzusetzen.2

Therapielandschaft beim RRMM

Für Patient*innen mit RRMM steht heute ein breites Spektrum unterschiedlicher Therapieoptionen zur Verfügung.2–4 Dazu gehören Kombinationen auf Basis von Proteasom-Inhibitoren, Immunmodulatoren, Anti-CD38-Antikörpern und Anti-SLAMF7-Antikörpern 
sowie – je nach Therapiesituation – auch alkylanzienhaltige Konzepte und XPO1-Inhibition.2–4 Darüber hinaus haben T-Zell-basierte und antikörperbasierte Immuntherapien das Behandlungsspektrum deutlich erweitert, darunter BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapien, BCMA-gerichtete bispezifische Antikörper sowie GPRC5D-gerichtete bispezifische Antikörper.2,4 Die Wahl der Therapie erfolgt dabei individualisiert und orientiert sich an Vorbehandlung, Refraktärität, Risikoprofil und Behandlungsziel.2–4

Bedeutung einer individualisierten RRMM-Therapie

Das Management des RRMM ist aufgrund der klinischen und biologischen Heterogenität der Erkrankung besonders anspruchsvoll. Patient*innen unterscheiden sich im Rezidiv unter anderem hinsichtlich Tumorbiologie, Symptombelastung, Therapieverträglichkeit und Eignung für intensive oder zelluläre Therapieverfahren. Deshalb ist eine individualisierte Behandlungsstrategie entscheidend, die Krankheitsmerkmale und patient*innenspezifische Faktoren gleichermaßen berücksichtigt. Wenn immer möglich, sollen Patient*innen mit RRMM im Rahmen klinischer Studien behandelt werden.2–4

Arzt bespricht Therapieoptionen mit einem Myelom-Patienten

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Abkürzungen:
RRMM = rezidiviertes und refraktäres Multiples Myelom; BCMA = B-cell maturation antigen; CD38 = Cluster of Differentiation 38; GPRC5D = G protein-coupled receptor family C group 5 member D; XPO1 = Exportin 1

Referenzen
  1. Rajkumar SV, et al. Blood. 2011; 117(18): 4691-4695.
  2. Onkopedia-Leitlinie: Multiples Myelom. Stand 10/2024. https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/multiples-myelom/@@guideline/html/index.html. Zugriff am 15.05.2026.
  3. Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patient*innen mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom, Version 1.0/1.01. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Multiples_Myelom/LL_Multiples_Myelom_Langversion_1.0.pdf. Zugriff am 15.05.2026.
  4. Dimopoulos MA, et al. Nat Rev Clin Oncol. 2025; 22(9): 680-700.

MAT-DE-2602349 – V1.0 – 06/2026