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Schematische Darstellung: Was ist TTP – thrombotische Mikroangiopathie mit Mikrothromben in Blutgefäßen

TTP (thrombotisch-thrombozytopenische Purpura) ist eine seltene, akut lebensbedrohliche Erkrankung.¹⁻² Unbehandelt verläuft sie in bis zu 90 % der Fälle tödlich.¹⁻² Selbst unter Standardtherapie versterben noch bis zu 20 % der Betroffenen – rund die Hälfte davon innerhalb der ersten 24 Stunden.¹⁻⁵ Was ist TTP genau, und warum zählt jede Stunde? Diese Seite gibt Ihnen einen strukturierten Überblick.

Definition: Was ist TTP?

Was ist TTP – und wie ist die Erkrankung einzuordnen? TTP, auch bekannt als Moschcowitz-Syndrom, ist eine Form der thrombotischen Mikroangiopathie (TMA).⁶⁻⁷ TMAs sind definiert durch eine charakteristische Trias aus:⁶⁻⁸

  • Mikroangiopathischer hämolytischer Anämie (MAHA) – mechanische Zerstörung der roten Blutkörperchen
  • Thrombozytopenie  – stark erniedrigte Blutplättchenzahl (meist < 30 × 10⁹/l)¹⁻⁷
  • Organschäden – insbesondere an Nieren, Herz und Gehirn

Bei TTP bilden sich Mikrothromben in kleinen Blutgefäßen. Diese beeinträchtigen den Blutfluss und führen zu Sauerstoffmangel in verschiedenen Organen.⁷ Klinisch imponieren häufig neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Krampfanfälle, daneben Petechien und Zeichen der Blutarmut.¹ Die ausführliche Darstellung der Symptomatik erfolgt auf der verlinkten Unterseite. 

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TTP ist von anderen TMA-Formen wie dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) oder dem HELLP-Syndrom abzugrenzen – die Differenzierung ist therapeutisch entscheidend und erfolgt maßgeblich über die ADAMTS13-Testung.⁶⁻⁷

Was verursacht TTP? Die Rolle von ADAMTS13

Die Ursache der TTP liegt in einer schwerwiegenden Funktionsstörung der Protease ADAMTS13 (A Disintegrin and Metalloproteinase with Thrombospondin motifs).⁷ Unter physiologischen Bedingungen spaltet ADAMTS13 ultralange vWF-Multimeren (Von-Willebrand-Faktor-Multimere), die von den Gefäßwänden freigesetzt werden, in kleinere, weniger thrombogene Moleküle.⁷

Fällt die ADAMTS13-Aktivität auf unter 5–10 %, akkumulieren ultralange vWF-Multimere in den Blutgefäßen.⁶⁻⁷ Thrombozyten lagern sich massenhaft an, es entstehen Mikrothromben, die kleine Gefäße verstopfen.⁷ Die mechanische Zerstörung der roten Blutkörperchen beim Passieren dieser Thromben führt zur Hämolyse und zum Nachweis von Fragmentozyten im Blutausstrich – einem diagnostischen Schlüsselbefund.¹⁻⁷

In der Praxis zeigt sich, dass das Verständnis dieser Pathophysiologie die Grundlage für eine zielgerichtete Therapie bildet. Mehr zur Entstehung der Erkrankung finden Sie auf der Unterseite zu den TTP-Ursachen.

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Medizinische Illustration eines Blutgefäßes in der eine physiologische Gerinnungsreaktion nach einer Gefäßverletzung dargestellt wird, bei der Thrombozyten die Gefäßwand verschließen.

Abbildung: Normaler Zustand,nach3

Medizinische Illustration eines Blutgefäßes in der eine physiologische Gerinnungsreaktion nach einer Gefäßverletzung dargestellt wird bei einer aTTP

Abbildung: Pathopyhsiologie bei erworbener TTP, nach3

Die Formen der TTP: aTTP, iTTP und cTTP 

Was ist TTP in ihren verschiedenen Ausprägungen? Klinisch und pathophysiologisch werden drei Formen unterschieden:

FormBezeichnungUrsacheHäufigkeitBesonderheiten
aTTP / iTTPErworbene / immunvermittelte TTPAutoantikörper gegen ADAMTS13 (Auto­immun­erkrankung)~95 % aller Fälle⁹Häufigste Form; Rückfall möglich¹³
cTTPKongenitale / angeborene TTP (Upshaw-Schulman-Syndrom)Gendefekt im ADAMTS13-Gen~5 % aller Fälle⁹Erstmanifestation oft in der Schwangerschaft

Hinweis: Die Abkürzungen aTTP und iTTP werden in der Fachliteratur (u. a. Scully, Kremer Hovinga) gleichbedeutend verwendet.¹⁻⁸ Die Unterscheidung zwischen den Formen iTTP/aTTP und cTTP erfolgt über die ADAMTS13-Aktivitätsmessung und den Nachweis von Autoantikörpern.⁶  

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Wie häufig ist TTP? Epidemiologie und Betroffene 

Was ist TTP in epidemiologischer Hinsicht? TTP zählt zu den seltenen Erkrankungen. Auswertungen des Oklahoma TTP-Registers und des UK TTP Registers sowie aktuelle Registerdaten belegen folgende Kennzahlen (Stand 2026):

KennzahlWertQuelle
Inzidenz in Europa1,5–6 Fälle / 1 Mio. Einwohner / Jahr⁹⁻¹⁰
Fälle in Deutschlandca. 170 pro Jahr (70 % Erstdiagnosen, 30 % Rezidive)⁹
GeschlechterverteilungFrauen 2,5–3,5× häufiger betroffen als Männer⁸
Durchschnittsalterca. 40 Jahre beim ersten Auftreten⁵

Klinische Erfahrung belegt, dass TTP in allen Altersgruppen auftreten kann – auch bei Kindern und Jugendlichen, wenngleich die Datenlage hier limitierter ist.¹¹⁻¹² Die Pathophysiologie, klinische Präsentation und Letalität sind laut Registerauswertungen (Loirat et al., Joly et al.) vergleichbar mit dem Erwachsenenkollektiv.¹¹⁻¹²

TTP in der Schwangerschaft – ein Notfall für Mutter und Kind 

TTP kann in jeder Schwangerschaftsphase auftreten und ist ein medizinischer Notfall für Mutter und Kind.¹³ 

Charakteristisch für TTP in der Schwangerschaft sind:¹⁻⁷⁻¹³

  • Fragmentozyten im Blutausstrich
  • Schwere Thrombozytopenie ohne Zeichen einer disseminierten intravasalen Gerinnung (DIC)
  • Neurologische Symptome (Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle)
  • Fehlende oder nur milde Nierenfunktionsstörungen (Abgrenzung zum HELLP-Syndrom)

Notfall TTP in der Schwangerschaft

Bei Verdacht auf TTP in der Schwangerschaft ist eine sofortige ADAMTS13-Diagnostik einzuleiten. Jede Verzögerung des Therapiebeginns erhöht das Risiko für schwere Organschäden, Nierenversagen und den Tod. 

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu TTP 

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Abkürzungsverzeichnis:

ADAMTS13: Disintegrin und Metalloproteinase mit einem Thrombospondin-1-Motiv (Mitglied 13); aTTP: Autoimmunvermittelte thrombotisch-thrombozytopenische Purpura; cTTP: Kongenitale thrombotisch-thrombozytopenische Purpura; DIC: Disseminierte intravasale Gerinnung; FFP: Fresh Frozen Plasma; GTH: Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseforschung; HUS: Hämolytisch-urämisches Syndrom; iTTP: Immunvermittelte thrombotisch-thrombozytopenische Purpura; MAHA: Mikroangiopathische hämolytische Anämie; PEX: Plasmaaustausch (Plasma Exchange); TMA: Thrombotische Mikroangiopathie; TTP: Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura; ULvWF: Ultralange Von-Willebrand-Faktor-Multimere; vWF: Von-Willebrand-Faktor.

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