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Vier Personen sitzen auf einem Steg und blicken auf eine bewaldete Landschaft

Morbus Fabry wird von Mutationen im GLA-Gen verursacht, das für das Enzym α-Galaktosidase A kodiert. Mittlerweile sind über 1.000 Varianten bekannt, die unterschiedlich pathogen sind. Um Betroffene frühzeitig identifizieren und behandeln zu können, ist eine  Familienanamnese wichtig. Es empfiehlt sich, nach weiteren Krankheitsfällen in der Familie zu fragen und einen Familienstammbaum zu erstellen. Immer wieder lassen sich so Patient*innen identifizieren, die bislang keine oder mitunter eine Fehldiagnose für ihre Beschwerden erhalten haben.  

Bei Männern erfolgt die sichere Diagnosestellung dann über die Bestimmung der α-Galaktosidase-A-Aktivität mittels Trockenbluttest. Bei Frauen ist zusätzlich eine genetische Analyse erforderlich.1, 2 Der Biomarker Lyso-GL-3 dient ergänzend zur Diagnosesicherung und korreliert mit dem Schweregrad der Erkrankung.3

Der Erbgang bei Morbus Fabry ist X-chromosomal. Sowohl Männer als auch Frauen können das veränderte Gen an ihre Nachkommen weitergeben. Da männliche Nachkommen aber nur ein X-Chromosom besitzen, erkranken sie immer, wenn sie von einem Elternteil ein mutiertes Gen geerbt haben. Bei weiblichen Patientinnen dagegen liegen jeweils ein krankes sowie ein gesundes X-Chromosom vor. Fabry-Frauen sind dabei nicht nur Überträgerinnen, sie können auch selbst Symptome entwickeln. In der Regel erkranken sie aber später und weniger schwer als männliche Patienten.  

Vererbung von Morbus Fabry: Vater gesund, Mutter erkrankt

Wenn die Mutter an Morbus Fabry erkrankt und der Vater gesund ist, ergibt sich ein charakteristisches Vererbungsmuster. Die erkrankte Mutter besitzt ein verändertes X-Chromosom (mit der Fabry-Mutation) und ein gesundes X-Chromosom. Der gesunde Vater trägt ein normales X-Chromosom und ein Y-Chromosom.

Bei jeder Schwangerschaft besteht eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass das Kind das veränderte X-Chromosom der Mutter erbt. Dies bedeutet:

  • Töchter erhalten immer ein X-Chromosom vom Vater (gesund) und eines von der Mutter. Mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit erben sie das veränderte X-Chromosom und können erkranken oder Trägerinnen sein.
  • Söhne erhalten das Y-Chromosom vom Vater und ein X-Chromosom von der Mutter. Erben sie das veränderte X-Chromosom (50-prozentige Wahrscheinlichkeit), sind sie definitiv betroffen, da sie kein zweites X-Chromosom zur Kompensation besitzen.

Die folgende Abbildung veranschaulicht diese Vererbungsmechanismen und die möglichen Ausprägungen bei den Nachkommen.

Diagramm zur Vererbung von Morbus Fabry

Abbildung: Morbus Fabry - Erbgang einer betroffenen Mutter

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Vererbung von Morbus Fabry: Mutter gesund, Vater erkrankt

Wenn der Vater an Morbus Fabry erkrankt und die Mutter gesund ist, sind die Vererbungswahrscheinlichkeiten eindeutig vorhersagbar: Alle Töchter werden Trägerinnen der Erkrankung sein und können selbst Symptome entwickeln. Der Grund dafür ist, dass Töchter immer ein X-Chromosom vom Vater erben – und dieses trägt bei einem erkrankten Vater das veränderte Gen. Das zweite X-Chromosom erhalten sie von der gesunden Mutter.

Söhne eines erkrankten Vaters bleiben dagegen immer gesund. Sie erben vom Vater das Y-Chromosom, das die männlichen Geschlechtsmerkmale bestimmt, aber nicht das veränderte X-Chromosom. Ihr X-Chromosom stammt ausschließlich von der gesunden Mutter und trägt daher keine Mutation.

Die folgende Abbildung veranschaulicht diesen Vererbungsmechanismus.

Genogramm zur Vererbung von Morbus Fabry durch den Vater

Abbildung: Morbus Fabry - Erbgang eines betroffenen Vaters

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Bei Verdacht auf Morbus Fabry sollte stets eine diagnostische Abklärung erfolgen. Der Trockenbluttest bietet hierfür eine unkomplizierte Lösung, die sich problemlos in den Praxisalltag integrieren lässt. So können Sie eine Fabry-Erkrankung zeitnah sicher bestätigen oder ausschließen.

Erfahren Sie mehr über:

Häufig gestellte Fragen zur Vererbung von Morbus Fabry

Wie wird Morbus Fabry vererbt?

Morbus Fabry wird X-chromosomal vererbt und durch Mutationen im GLA-Gen verursacht, welches für das Enzym α-Galaktosidase A kodiert. Mittlerweile sind über 1.000 Varianten bekannt.1, 2 Sowohl Männer als auch Frauen können das veränderte Gen an ihre Nachkommen weitergeben. Männliche Nachkommen erkranken immer, wenn sie ein mutiertes Gen geerbt haben, da sie nur ein X-Chromosom besitzen. Bei weiblichen Patientinnen liegen jeweils ein krankes sowie ein gesundes X-Chromosom vor. Fabry-Frauen sind dabei nicht nur Überträgerinnen, sie können auch selbst Symptome entwickeln, erkranken aber in der Regel später und weniger schwer als männliche Patienten. 

Welches Vererbungsrisiko besteht, wenn die Mutter an Morbus Fabry erkrankt ist? 

Sowohl Söhne als auch Töchter einer an Fabry erkrankten Mutter erkranken mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit, je nachdem, ob sie ihr gesundes oder verändertes X-Chromosom geerbt haben. 

Welches Vererbungsrisiko besteht, wenn der Vater an Morbus Fabry erkrankt ist?

Töchter eines an Fabry erkrankten Vaters sind immer betroffen, da sie jeweils ein X-Chromosom von Vater und Mutter erben und somit immer das erkrankte Gen des Vaters tragen. Söhne von kranken Vätern dagegen bleiben gesund, da sie vom Vater das Y-Chromosom, nicht aber das veränderte X-Chromosom erben.

Header-Foto: © iStock (Tom Merton) MAT-DE-2303054-v2.0-02/2026