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Diese Website richtet sich an medizinische Fachkreise in Deutschland.

Bei der klinischen Diagnose von T1D entwickeln sich bei ca. 20–30 % der Patient*innen schwerwiegende akute Komplikationen, wie die diabetische Ketoazidose (DKA).1 Die DKA ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung und stellt eine wesentliche Ursache von Morbidität und Mortalität von Kindern mit Typ-1-Diabetes (T1D) dar – sowohl bei Manifestation als auch im Krankheitsverlauf.2

DKA-Risiko: Auch bei jungen Erwachsenen ein Thema?

Neue Versorgungsdaten aus Deutschland zeigen, dass die diabetische Ketoazidose bei T1D-Diagnose keineswegs nur ein Thema für Kinder ist: 

Auch junge Erwachsene sind mit ca. 15 % bei T1D-Diagnose von einer DKA betroffen (Abb. 1)‡,3 - Früherkennung von T1D mittels Inselautoantikörper-Testung kann die DKA-Rate signifikant senken.4-8

Abb. 1: DKA-Raten bei der T1D-Diagnose in Deutschland‡,3. DKA: diabetische Ketoazidose; T1D: Typ-1-Diabetes.

‡ Retrospektive Kohortenstudie basierend auf Abrechnungsdaten (2017-2023) einer deutschen gesetzlichen Krankenversicherung (~ 9 Millionen Versicherte). Neu aufgetretene autoimmunbedingte T1D-Fälle wurden anhand von ICD-10-Codes [ICD: International Classification of Diseases] und Verschreibungsdaten identifiziert.3

Kann eine DKA Spätfolgen haben?

Eine einzelne Episode einer Ketoazidose kann bereits schwerwiegende Folgen für Betroffene haben.1 Studien mit Kindern zeigen, dass neurologische und morphologische Veränderungen im Gehirn und Entwicklungsverzögerungen auftreten können:

  • Kurze Zeit (2–6 Monate) nach einer DKA sind subtile Gedächtnisverschlechterungen zu erkennen. Wiederholt auftretende DKA und höhere HbA1c-Werte sind mit niedrigeren IQ-Werten assoziiert (zur Studie >>).9
  • Morphologische und funktionelle Veränderungen im Gehirn sind 6 Monate nach einer DKA zu erkennen. Die Veränderungen sind mittelfristig mit ungünstigen neurokognitiven Ergebnissen verbunden (zur Studie >>).10
  • Bereits nach vereinzelten Episoden von moderater bis schwerer DKA sind niedrigere kognitive Werte und eine veränderte Gehirnentwicklung zu erkennen. Die Veränderungen sind noch 3 Jahre später nachweisbar (zur Studie >>).11

Auch extreme Schwankungen des Blutzuckerspiegels, wie eine Periode mit hohen Blutglukosewerten und schweren Hypoglykämien, sind mit kognitiver Dysfunktion assoziiert.12 Hinzu kommt, dass je jünger Kinder bei Erkrankungsbeginn sind, desto größer ist der negative Einfluss auf den IQ-Wert.13

Ist eine DKA bereits aufgetreten, ist Vorsicht geboten: Eine DKA-Episode ist ein signifikanter, unabhängiger und langanhaltender Risikofaktor für das Wiederauftreten einer DKA bei Kindern mit T1D.14

Kann eine DKA durch T1D-Früherkennung vermieden werden?

Für eine bessere langfristige Blutzuckerkontrolle zählt jede vermiedene DKA bei T1D-Manifestation.15, 16 Studien zeigen, dass die DKA-Rate durch eine Früherkennung gesenkt werden kann (Abb. 2).4-8 Die Daten der Fr1da-Studie beispielsweise, die auf einem bevölkerungsweiten Vorsorgeprogramm zur Früherkennung von T1D in Deutschland basieren, zeigen eine DKA-Rate von nur 2,5% bei fast 170.000 untersuchten Kindern (Abb. 2).4  Bei nicht gescreenten Kindern in Deutschland liegt die Rate deutlich höher, wie es u. a. den Daten des DPV-Registers entnommen werden kann (Abb. 2).2

Abb. 2: Auftreten diabetischer Ketoazidosen (in %) bei Patientinnen und Patienten ohne T1D-Früherkennung (DPV-Daten)2 vs. Rate aus der Fr1da-Studie (T1D-Früherkennungsstudie)4. DKA: diabetische Ketoazidose; DPV: Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation; T1D: Typ-1-Diabetes.

T1D äußert sich in 3 Stadien: Von den präsymptomatischen Stadien 1 und 2 zur klinischen Manifestation (Stadium 3).17,18 Nahezu 100 % der Kinder mit einer Diagnose des Stadium 1 oder 2 (Nachweis von ≥ 2 Autoantikörpern) entwickeln einen klinischen T1D.1

Neben dem Ziel das Auftreten einer DKA bei Manifestation zu verhindern, besagt die S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter, dass mit der Früherkennung auch der optimale Zeitpunkt zur Initiierung einer Insulintherapie bestimmt werden kann.2

Die Stadien von Typ-1-Diabetes



 

Früherkennung



 

Monitoring bei präsymptomatischem Typ-1-Diabetes



 

Neue Erkenntnisse bei Typ-1-Diabetes



 

Typ-1-Diabetes neu denken



 

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Die Stadien von Typ-1-Diabetes



 

Früherkennung



 

Monitoring bei präsymptomatischem Typ-1-Diabetes



 

Neue Erkenntnisse bei Typ-1-Diabetes



 

Typ-1-Diabetes neu denken



 

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Früherkennungsstudien Fr1da und Fr1da für Verwandte in Deutschland

Kinder im Alter von 2 bis 10 Jahren können – je nach regionaler Verfügbarkeit – an der Fr1da-Studie teilnehmen und sich auf Inselautoantikörper testen lassen. Erfahren Sie mehr zum Früherkennungstest in der Fr1da-Studie!

Verwandte 1. oder 2. Grades von Patient*innen mit Typ-1-Diabetes, im Alter von 1 bis 21 Jahren und mit Wohnsitz in Deutschland können deutschlandweit auf Inselautoantikörper getestet werden. Erfahren Sie mehr zum Früherkennungstest in der Fr1da-Studie für Verwandte!

Mehr Infos: https://www.typ1diabetes-frueherkennung.de/

Die Fr1da-Studie ist eine unabhängige wissenschaftliche Studie des Helmholtz Munich.

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MAT-DE-2404322-2.0-08/2026